HISTORIE

Begleiten Sie uns! Ein Rundgang durch 135 Jahre Kaufhausgeschichte in Graz

Mein Kollege Hubert, Assistent der Geschäftsleitung, ist unter anderem für Hausführungen bei Kastner & Öhler Graz zuständig. Und er entführt dabei in die spannende und abwechslungsreiche Geschichte eines innovativen Kaufhauses mit langer Tradition!

Susanne Loibnegger Juni 20, 2018 / by Susanne Loibnegger

Die große Stärke von Hubert ist, dass er nicht nur alles liest, was ihm vor die Augen kommt, sondern sich zudem noch alles merkt und wunderbar Geschichten erzählen kann, die Witz und Liebe zum Detail verbinden. Das Angebot, sich von ihm durchs Haus führen zu lassen, nutzen vor allem Schulen, um ihren Schülern die Historie des Hauses sowie die beruflichen Möglichkeiten bei Kastner & Öhler vorzustellen. Aber natürlich ist jeder, den es interessiert, bei einer Hausführung willkommen!

Unsere Reise in die Vergangenheit beginnt in der Parfümerie im Erdgeschoß, wo eine Bodenmarkierung auf das erste, 1883 gegründete Grazer Geschäftslokal von Karl Kastner und Hermann Öhler hinweist. Dieses Geschäft in der Sackstraße Nr. 7 war nur 62 Quadratmeter groß. Hier wurden Kurzwaren verkauft, d. h. alles, was eine Hausfrau brauchte, um selbst Kleidung herzustellen oder allerlei Artikel für den Haushalt. Die Kleidung von der Stange, wie wir sie heute kennen, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg zum Alltag, als Kleiderfabriken, die Uniformen hergestellt hatten, auf zivile Kleidung umsattelten.

Der architektonischer Plan über die Erweiterung von Kastner & Öhler
Der architektonischer Plan über die Erweiterung von Kastner & Öhler

Europas ältester Versandhandel
Doch zurück in die Geschichte des Hauses: 1886 wird das gesamte Gebäude in der Sackstraße 7 erworben und das Geschäftslokal erweitert. Kastner & Öhler führte als eines der ersten Warenhäuser in Europa feste Preise für Artikel ein und machte damit dem Feilschen ein Ende. Kastner & Öhler zeichnete sich immer schon durch den richtigen Riecher für Innovationen aus. 1887 gründete man den ältesten Versandhandel Europas mit mehrsprachigen und händisch illustrierten Katalogen für die gesamte österreichisch-ungarische Monarchie. Die Bestellungen wurden mit der Postkutsche an die Kunden ausgeliefert.

Zurzeit durchstöbert Hubert das K&Ö-Archive, um Originalaufnahmen einer Dame zu finden, die 1936 für den Katalog von Kastner & Öhler Modell gestanden hatte. 1994 wurde der ursprüngliche Versandhandel an Neckermann verkauft, aber 2014 Jahren wurde er in neuem Outfit wiederaufgenommen: als K&Ö Online-Shop!

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Das erste wirkliche Warenhaus der Donaumonarchie
1895 wird wieder vergrößert. Für den Umbau werden die angrenzenden Häuser der Badgasse gekauft. Mit diesem aufsehenerregenden Bau entsteht die erste wirkliche Warenhaushalle der k.u.k.-Monarchie, die sich über drei Stockwerke erstreckte und mit einem Glasdach bedeckt war. Um 1910 werden die Gebäude Sackstraße 11-13 und die Admontergasse 3-4 angekauft. Die renommierten Architekten Fellner & Helmer, Errichter der Grazer Oper, werden 1913 mit dem Neubau beauftragt. Das Herzstück dieser Gestaltung ist die große Halle mit ihrem an Logen erinnernden Säulengang. Die Halle ist damals reich verziert und wird von einer bunten Glaskuppel gekrönt. Die große Uhr im 3. Obergeschoß, die früher vom Abteilungsleiter alle zwei Tage aufgezogen werden musste, ist noch ein Relikt aus dieser Zeit. Sie war damals ein wichtiger Orientierungspunkt für Kunden, denn mit Hausdurchsagen wurden die Abfahrtszeiten der Regionalzüge am Grazer Hauptbahnhof bekanntgegeben. 

1938 bringt auch für Kastner & Öhler schwere Zeiten. Um eine Enteignung abzuwenden, wird das Unternehmen an die Schwiegersöhne übergeben, und die bisherigen Eigentümer fliehen nach Kroatien. Einige Zeit später wird Franz Öhler jedoch verhaftet: Er stirbt 1945 im Konzentrationslager Mauthausen. Am Karfreitag des letzten Kriegsjahres wird der Admonterhof bombardiert und völlig zerstört.

Die Uhr im 3.Stock ist ein Relikt aus einer anderen Zeit
Die Uhr im 3.Stock ist ein Relikt aus einer anderen Zeit

Die ersten Rolltreppen der Steiermark
Doch die dritte Eigentümergeneration gibt nicht auf. Sie startet 1948 den Wiederaufbau und zeichnet sich ebenfalls durch Innovationsgeist aus: Am 29. August 1959 werden in Graz die ersten Rolltreppen der Steiermark in Betrieb genommen. Heute bringen insgesamt 43 Rolltreppen unsere Kunden in die verschiedenen Stockwerke des Modehauses und von Gigasport.

Die Zeit steht nicht still. Zahlreiche Filialen werden im In- und Ausland gegründet. Kastner & Öhler wandelt sich vom Warenhaus, in dem es sprichwörtlich alles gibt – von Möbeln bis zu Elektrogeräten – zum Haus für Mode, Sport und Haushaltswaren. Ein Highlight der jüngeren Vergangenheit sind der Umbau und die Neueröffnung des Stammhauses Graz, die am 20.10.2010 von der 5. Generation der Eigentümerfamilien vorgenommen wird. Nunmehr stehen 17.500 Quadratmeter Verkaufsfläche in zeitgemäßer Architektur zur Verfügung.

Viele weitere Anekdoten und interessante Informationen zur Geschichte von Kastner & Öhler können Sie persönlich bei einer Hausführung erfahren und erleben! Bitte wenden Sie sich direkt an Herrn Hubert Stadler, entweder telefonisch unter +43 664 30 30 788 oder per E-Mail an: hubert.stadler@kastner-oehler.at

 

Das Flair der Großen Halle von Kastner & Öhler in der Grazer Sackstraße im 360-Grad-Panorama erleben und trotzdem zu Hause am Sofa sitzen? Probieren sie es gleich hier aus!


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