1873-1-2019

Versandhandel

Auswählen, bestellen und mit der Post bekommen — wo auch immer Sie gerade zu Hause sind? Kastner & Öhler ist „ONLINE“. Nicht erst seit Erfindung des Internets. Sondern Seit 1887.

Sie wünschen? Wir schicken’s!

Das Englische sucht man vergeblich, aber in vielen anderen Sprachen war „Correspondenz“ natürlich geboten. Schließlich sprachen die 40 bis 50 Millionen potenziellen Kunden der Herren Kastner & Öhler nicht nur Deutsch, sondern Ungarisch, Polnisch, Böhmisch, Serbokroatisch, Slowenisch, Rumänisch, Ruthenisch und Italienisch. Sie alle sollten dank des Innovationsgeists des Grazer Warenhauses in den Genuss heute selbstverständlicher Services kommen – und zwar mit dem ersten Postversandhandel der österreichisch-ungarischen Monarchie. Ein absolutes Novum, das ein wenig Erklärungsbedarf bei Bestellvorgang, Versand und Nachnahme erforderte. „Das Herausschneiden von Figur-Abbildungen ist ganz unnöthig. Es genügt vollkommen die Angabe der betreffenden Nummer“, steht daher im ersten Warenkatalog, den Kastner & Öhler im Jahre 1887 verschickte, zu lesen. Auch „dass man dem Kunden für zurückgegebene Waren das Geld wieder erstattete“, schreibt Albert Kastner in seinen Erinnerungen, „war für Graz neu“. So stand dem bequemen Von-zu-Hause-aus- Bestellen, wie wir es auch heute kennen, nichts mehr im Wege.

 

DER ERSTE KATALOG MIT GEZEICHNETEN ABBILDUNGEN UND IM KLEINFORMAT GEDRUCKT, KONNTEN KUNDEN KURZWAREN UND WEISSWÄSCHE WÄHLEN UND PER POST BESTELLEN.
DER ERSTE KATALOG MIT GEZEICHNETEN ABBILDUNGEN UND IM KLEINFORMAT GEDRUCKT, KONNTEN KUNDEN KURZWAREN UND WEISSWÄSCHE WÄHLEN UND PER POST BESTELLEN.

Retournieren gestattet

In der Wiener „Centrale“, die sich zu Beginn in der Mariahilfer Straße 97 befand, war das Drehkreuz für Kurzwaren, Weißwäsche, Miederwaren, Kombinagen, Krägen, kohlebetriebene Bügeleisen, Kappen und Hüte: für den Versand und natürlich auch für die Belieferung der Warenhäuser in Graz und Agram, dem heutigen Zagreb. Teils wurde in Wien in Eigenproduktion, teils in den Textilfabriken im nahegelegenen Böhmen erzeugt. Mit zunehmendem Erfolg stieg auch die Vielfalt der angebotenen Produkte und man verlegte sich Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt auf ein Sortiment „gepflegter und sehr guter Waren“, schreibt Kastner. Möbel-, Vorhang-, Kleiderstoffe, Teppiche, Spitzen und Bänder konnten die Kunden als Muster anfordern und zu Hause probieren. Waren, die nicht passten, durften – das war nicht selbstverständlich – retourniert werden und das Geld wurde rückerstattet.

Alle jemals aufgelegten Kataloge, zunächst kleinformatig und gezeichnet, später immer kunstvoller gestaltet und großformatig, schließlich fotografiert und farbenfroh, sind auch heute noch im hauseigenen Archiv wohlgeordnet abgelegt und zeichnen die faszinierende Entwicklung des Versandhandels nach.

 

DER POSTVERSAND 1926 AUCH MÖBEL GAB ES IM SORTIMENT. GANZE SCHLAFZIMMERAUSSTATTUNGEN WURDEN JEDOCH NICHT MIT DER POST, SONDERN MIT EIGENEN LIEFERWAGEN ZU DEN KUNDEN GEBRACHT.
DER POSTVERSAND 1926 AUCH MÖBEL GAB ES IM SORTIMENT. GANZE SCHLAFZIMMERAUSSTATTUNGEN WURDEN JEDOCH NICHT MIT DER POST, SONDERN MIT EIGENEN LIEFERWAGEN ZU DEN KUNDEN GEBRACHT.

Wertvolle Kunden

Nicht erst heute, auch schon vor hundert Jahren waren Kundendaten äußerst wertvoll. Postwurfsendungen gab es zu dieser Zeit ja nicht. Kunden mussten also aktiv ihr Interesse an einem Katalog bekunden und um Zusendung ersuchen. Weshalb das Unternehmen 1924 auf Mundpropaganda setzte: „Für die Weitergabe dieses Kataloges an Verwandte und Freunde sind wir stets dankend verbunden, ebenso für die Bekanntgabe von Adressen, denen die Zusendung unseres ‚Modewarenberichtes‘ erwünscht wäre.“ Und die Zusendung war mehr als erwünscht. Der Katalog von 1924 kam nach achtjähriger kriegsbedingter Pause zum ersten Mal wieder mit der Post ins Haus. Die Monarchie und damit der Kundenstock war von über 50 Millionen auf knapp 6,5 Millionen Einwohner reduziert worden. Die einst heimischen Produzenten und Lieferanten des Warenhauses in Böhmen, Mähren, Galizien und die Niederlassung in Zagreb befanden sich plötzlich im Ausland. Auch zwischen 1942 und 1951 musste der Postversandhandel eingestellt werden. Weshalb der Kastner & Öhler-Katalog von 1952 so etwas wie ein Zeichen des Friedens und des Aufschwungs war. Mit ihm kam ein Stückchen Alltag, Fortschritt und funktionierende Welt ins Haus. Und bald gehörte er zu den Highlights im Jahreskreis. Sehnsüchtig erwarteten Familien in den 1950er- und 60er-Jahren seine Ankunft. Zuerst blätterte ihn die Mutter durch, dann der Vater und schließlich durfte vom ältesten bis zum jüngsten Kind jedes darin seine Traumstücke markieren. Angefangen bei Damenkleidern, Herrenausstattung, Sportausrüstung, Spielwaren bis hin zu Möbeln, Radios und sogar den ersten Fernsehern konnten hier doch (fast) alle Wünsche in Erfüllung gehen. Es wurde gustiert, bestellt und mit Vorfreude ein Packerl von Kastner & Öhler erwartet. Früher so wie heute.

 

Für die WEITERGABE dieses Kataloges an Verwandte und Freunde sind wir stets DANKEND verbunden.

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