1873-1-2019 Seite 70

Minimal? Optimal!

Wir feiern den Purismus de luxe! Denn mit nur wenigen coolen Classics sind Sie top ausgerüstet! Plädoyer für einen minimalistischen Lifestyle.

MINIMAL? OPTIMAL!

von C O R I N N A V O N B A S S E W I T Z

 

Eines vorweg: Dieser Text zielt nicht darauf ab, Ihnen mit erhobenem Zeigefinger den Spaß am Shoppen zu verderben. Im Gegenteil. Gehen Sie los und kaufen Sie! Kaufen Sie die Dinge, die zur Grundausstattung einer zeitgemäßen Garderobe gehören – coole Klassiker, simple Basics, denn sie sind die Basis eines modernen Styles. Folgen Sie dem geflügelten Wort „weniger ist mehr“, setzen Sie auf gute Qualität und zeitloses Design. Klassiker sind die Bühne für aktuelle Trends und nehmen Ihnen das Gefühl, mit jeder aufkommenden Mode gleich Ihre ganze Garderobe erneuern zu müssen.

 

Ein Hauch Bling-Bling

Klassiker sind, wenn Sie möchten, auch ein Trend, und er hat sogar einen Namen: die Capsule-Garderobe. Diese beschränkt sich auf plus minus 30 Kleidungsstücke, mit denen man tagsüber im Büro, abends auf der Cocktailparty, am Wochenende bei Freunden auf dem Land modisch punkten kann; die Teile lassen sich unendlich kombinieren und mit ein, zwei Accessoires immer wieder komplett neu interpretieren. „Stil“, sagte der große Designer Tom Ford einmal, „hat nichts mit Mode zu tun. Stil bedeutet den Mut, sich zur eigenen Persönlichkeit zu bekennen.“ Ich zum Beispiel gehöre seit jeher zu den Women in Black. Ein paar wenige schwarze Teile, easy zu kombinieren, mit einem Hauch Bling-Bling – das spiegelte meine Persönlichkeit immer perfekt wider. Bis ich mich eines Tages darin verlor, die neuesten Teile aller 16 Kollektionen meines Lieblingsdesigners zu shoppen. Und trotzdem vor dem Schrank feststellen musste, dass nichts passte. Es fehlte die solide Basis. Etwas, auf dem ich aufbauen konnte.

Und so stand ich vor nicht allzu langer Zeit da und sah: eine Katastrophe. Berge an Schals, die ich nie getragen habe, merkwürdige Kleider, von denen ich vergessen hatte, dass ich sie besaß, Frustkäufe in Farben, die meiner Haut einen teigigen Unterton verleihen, gefühlte 700 Hosen, davon Jeans in Regular Fit, Slim Fit, Loose Fit, Baggy und Bootcut, Stone Washed, Destroyed Look – ach, die Liste ginge endlos weiter. Mein Kleiderschrank hatte ein geradezu unmoralisches Maß an Sättigung erlangt, und ich vor lauter Casual Shopping meinen eigenen Stil eingebüßt, meinen Sinn fürs Wesentliche; ich hatte mein komplettes modisches Wertesystem – „think basic“ – über Bord geworfen. Morgens brauchte ich jetzt eine Stunde statt wie früher fünf Minuten, bis ich aus dem Wust an Klamotten ein akzeptables Outfit zusammengestellt hatte. Ich war gereizt, überreizt, überfordert.

 

 

,–. Er: Poloshirt von Emporio Armani um € 165,–, Uhr von Omega um € 4.400,–. Sie: Weste um € 99,95 und T-Shirt um € 39,95, beides von Rich & Royal, Uhr von Omega um € 4.500,–. Beide Uhren von Juwelier — Uhren Weikhard.
,–. Er: Poloshirt von Emporio Armani um € 165,–, Uhr von Omega um € 4.400,–. Sie: Weste um € 99,95 und T-Shirt um € 39,95, beides von Rich & Royal, Uhr von Omega um € 4.500,–. Beide Uhren von Juwelier — Uhren Weikhard.

Kuratiert statt überfordert

Ich verordnete mir einen „Wardrobe Detox“. Und rief meine Freundinnen an: „Kommt vorbei. Bedient euch. Alles muss raus.“ Was blieb? Glückliche Frauen und ein (fast) leerer Kasten. Was kam? Der Beginn meiner sorgsam kuratierten Capsule-Garderobe. Behalten habe ich ein kleines Schwarzes von Chanel, das ich vor Jahren in einem Secondhand-Laden in Paris gekauft hatte, mein Vintage-Abendkleid – schwarz mit goldenen Epauletten – aus den 1970er-Jahren von Givenchy, ein Erbstück meiner Mutter, ebenso den Burberry-Trench und meine (schwarze!) Lederjacke von Blauer. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Ihnen nur raten: Machen Sie eine Liste, auf der alles steht, was für Ihren persönlichen Look wichtig ist, bevor Sie Ihren Capsule-Kleiderschrank zusammenstellen. Und hier noch zwei Tipps für jede Basics-Garderobe: Kaufen Sie 1.) nur hochwertige Sachen und 2.) Dinge in Farben, die man mühelos miteinander kombinieren kann.

Die It-Farbe des nächsten Sommers ist Beige. Das kommt den ungeübten Capsule-Garderobiers entgegen. Beige Kleidung gehört seit jeher auf jede Basic-Liste, weil sie a) mit allem funktioniert und b) nie aus der Mode gerät. Beim Sommer- 2019-Beige finden sich Töne wie „Contemporary Oatmeal“ oder „Stony Ground“ und diese paaren sich mit wirklich allem, immer und bei jeder Gelegenheit. Eine beigefarbene Zigaretten- Hose steht auf meiner Liste für meinen Day-andthe- City-Look. Oder wahlweise ein weiter, über Knie langer Rock mit hoher Taille in „Stony Ground“ für die Dachterrassen- Party. Ich werde Rock oder Hose mit weißen Adidas- Sneakers kombinieren und einem weißen T-Shirt, dem Evergreen schlechthin. Auch schön dazu: ein schlichtes weißes Männerhemd, schmal geschnitten mit extralangen Ärmeln. Wenn ich Lust habe, trage ich eine selbstaufgefädelte Blumenkette für den Hippie-Touch, der weiter ein Trend-Thema sein wird, und kombiniere statt Turnschuhen schwarze, flache Ankle Boots dazu. Schuhe – ein wichtiges Thema. Elementar sind Ankle Boots, Brogues, Loafers (beides Klassiker) und besagte weiße Sneakers, die von der deutschen Stilikone und Bloggerin Veronika Heilbrunner salonfähig gemacht wurden und seit bestimmt zwei Jahren auf der Klassikerliste stehen. Sie trägt sie immer noch, auch zum bodenlangen Abendkleid.

Die zweite gute Nachricht nach dem Beige-Trend: Die Schuhe für den Sommer bleiben flach. Sie können also die Vorjahrsmodelle behalten, oder den aktuellen Hybrid aus flachen Schlappen und vorne-eckigen Ballerina-Schuhen kaufen, bei denen das Leder den Fuß teilweise verdeckt, manchmal auch den Knöchel.

Basics für Ihre Trends

Was auch zur neuen Basic-Uniform gehören sollte: Slim Fit-Jeans, Stone Washed oder weiß, dazu ein schmal geschnittenes Langarm-Shirt mit Rundhalsausschnitt. Schmal streckt übrigens optisch und ist deshalb auch die Silhouette, die Sie tragen sollten, wenn Sie nicht 1,80 Meter groß sind. Und noch ein Must-have: das Slipdress. Ich werde mir eines aus Seide und in einem zarten Korallenton („Living Coral“ ist die Farbe des Jahres von Pantone!) mit schwarzen Spitzendetails (Trend!) anschaffen und dazu mit Nieten verzierte Biker-Boots tragen. Sie tunen den Look auf abwechslungsreich und auch mal gewagt und sind – wie ein Slipdress – nie aus der Mode. Ein luftig gehäkelter Sommermantel als Trendteil darüber oder meine Lederjacke, falls es kühl ist – ein supercooler Look und fotogen genug für Instagram. Für Menschen, die gerne und viel reisen, ist die Basic-Garderobe ideal. Teile in Schwarz, Weiß, Grau und Beige lassen sich hervorragend kombinieren. Für einen längeren Business-Trip reichen also 1 Hose, 2 T-Shirts, 1 Bluse, 1 Rock und – à la Heilbrunner – 1 Paar Turnschuhe, die heutzutage sogar bürotauglich sind. All das passt ins Handgepäck und bedeutet: keine Wartezeit am Band nach der Landung und nie wieder verlorenes Gepäck.

Wenn Sie sich also auf coole Klassiker beschränken, wird nicht nur das Reisen komfortabler, Sie befreien sich auch vom strengen Diktat der Trendmacher. Sie müssen nicht mehr schrille neonfarbene Neopren-Kleider anziehen, nur weil das als der letzte Schrei gilt.

Und das Beste: Sie behalten den Überblick. Sie entscheiden, was für Sie in dieser Saison Trend ist. Sie sind Ihr eigener Modeschöpfer!

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