Wissenswertes

„Ich höre die Stimmen meiner Untertanen!“ Der Fotograf Bela Borsodi

Hinter den Kulissen des Kastner & Öhler Kampagnenshootings 2018

Susanne Loibnegger März 08, 2018 / by Susanne Loibnegger

Der Österreicher Bela Borsodi, der gekonnt die Welt der Mode und Kunst mischt, lebt und arbeitet in New York als Fotograf für internationale Publikationen und Werbung. In seinem Portfolio finden sich Arbeiten für das NY Times Style Magazine, Tatler, Elle und nun auch für Kastner & Öhler.

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Ein Interview aus der Ferne mit Bela Borsodi in New York:

K&Ö: Sie sind in Wien geboren, leben und arbeiten in New York als Fotograf und nun sind Sie für Kastner & Öhler wieder in Wien. Wo würden Sie sagen ist Ihr zu Hause? Ist das ein Ort oder ein Gefühl?

Bela Borsodi: Das werde ich oft gefragt und weiß nie was ich sagen soll. Mein zu Hause ist NY, weil ich hier lebe. Trotzdem empfinde ich oft eine große Verbundenheit zu Wien, wenn ich in Österreich ankomme. Ich glaube, „zu Hause sein“ ist eher ein Gefühl, weil wenn man das nicht spürt, dann ist man nirgendwo zu Hause. Ganz gleich, an welchen Ort man sich gerade befindet.

K&Ö: Was vermissen Sie an Wien, das es in NY gibt und umgekehrt?

BL: Die Ruhe von Wien, die Hektik von NY – die Lebensqualität in Wien, die Möglichkeiten von NY – und meine guten Freundschaften und Familie beiderseits.

K&Ö: Wie war es für ein Unternehmen wie Kastner & Öhler zu arbeiten?

BL: Eine nette Annäherung von Interessen und Möglichkeiten, um dann aus diesen Erfahrungen etwas zu gestalten. Eine durchaus freundliche Begegnung!

 

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K&Ö: Sie sprechen von der Psychologie der Gegenstände, was haben Ihnen die Looks der diesjährigen K&Ö Imagekampagne erzählt?

BL: Dass wir recht bald einen lustigen, fröhlichen Frühling und Sommer ansteuern! Diese Zeit kommt aber auch mit einer gesunden Aufgabe und Notwendigkeit zu einem Bekenntnis der Individualität. Wir leben in einer Zeit, wo wir uns viele Dinge aussuchen können. Das heißt aber auch, dass wir umso mehr aufpassen sollten, welche Dinge wir auswählen, dass diese uns und auch unseren Vorstellung einer Welt entsprechen, in der wir leben wollen. Alles hängt von unseren eigenen Entscheidungen ab, und Bekleidung ist insofern nur ein äußeres Zeichen dafür.

K&Ö: Haben Sie ein Lieblingskleidungsstück? Etwas das Sie schon seit Jahren begleitet?

BL: Ein wunderschönes Hemd von Issey Miyake. Ich liebe dieses Hemd so sehr, dass ich es leider fast nie trage. Es wurde schon einige Male von Rotweinen und anderen Sachen stark attackiert und nun versuche ich, es davor zu beschützen!

K&Ö: Bela lassen Sie Ihre Fantasie spielen: Wenn Sie ein Gegenstand wären, was wären Sie dann? Und welche Eigenschaften würden Sie diesem Gegenstand zuordnen?

BL: Eine Möbius Schleife … alles geht immer weiter und weiter, vorne ist hinten und umgekehrt … alles löst sich auf und alles ist immer da.

K&Ö: Wie haben Sie zu Ihrem unverwechselbaren, originellen und verspielten Stil in Form von Stillleben gefunden? Was oder auch wer hat Sie dazu inspiriert?

BL: Alles hat damit begonnen, als ich am Ende des Jahres ’99 gefragt wurde, Stillleben für ein Schweizer Unternehmen zu schießen. Erst bei der Arbeit daran habe ich erkannt, wie sehr mich das Stillleben fasziniert und welche Möglichkeiten sich für mich hiermit noch eröffnen würden. Diese Art zu Arbeiten deckt all meine weiteren Interessen, wie z.B. für Kunst oder auch meine Leidenschaften für Skulptur und Objekte ab.

 

 

Making Off Video 2018 / Bela Borsodi

K&Ö: Auf Ihrem Portfolio habe ich auch Filme entdeckt- ist das eine neue Spielart? Was inspiriert Sie an diesem Thema?

BL: Ich bin schon immer vom Film besessen gewesen und habe als junger Mensch wahrscheinlich den größten Teil meiner Zeit im Kino verbracht. Das ist bis heute so und natürlich fragte ich mich oft, ob ich nicht auch mal was im Filmbereich machen könnte. Der Film hat aber einen ganz anderen Ansatzpunkt als die Fotografie um Geschichten zu erzählen und lebt in einer anderen Gedankenwelt, in die man sich erst rein denken muss. Durch neue technischen Möglichkeiten ist es heute viel leichter mit Film zu experimentieren, aber zu guter Letzt geht es bei einem Film immer um die Geschichte, die dieser erzählt. Dieser Aspekt, eine Geschichte visuell kommunizieren, inspiriert mich beim Filme machen auch am meisten. Einen Film zu machen, nimmt extrem viel Zeit in Anspruch und so nutzte ich erst diese Möglichkeit, als mir ein Projekt angeboten wurde. Das war eine wunderbare Erfahrung und ich hoffe, dass ich da noch viele weitere Projekte gestalten darf. Vor allem kleinere Projekte im Bereich Animation interessieren mich sehr.

K&Ö: Erotik ist unverkennbar auch ein Element in Ihrer Arbeit. Ich als Frau würde auch gerne Männerkörper sehen. Können Sie sich das vorstellen?

BL: Das sollte ich bald einmal ausprobieren, und ich lasse Sie es dann wissen.

K&Ö: Gibt es ein spezielles Ritual, bevor ein neues Projekt beginnt, um den Tag zu starten?

BL: Eigentlich habe ich kein spezielles Ritual. Einfach aufstehen und Zähne putzen, Kaffee trinken und los geht es!

K&Ö: Viele Menschen träumen trotz erfolgreichem Berufsleben auch noch von etwas Anderem. In welchem Bereich wären Sie gerne noch tätig? Gibt es eine geheime Schwärmerei?

BL: Viel zu viele! Ich träume von theoretischer Physik, der Chirurgie, einem vertiefenden Kunstgeschichte Studium, der Musik, von Literatur bis hin zum Elterndasein sowie dem Kochen. Ich habe aber das Glück, dass ich in meinem Beruf sehr viele meiner Interessen unterbringen kann, und dass mein Beruf mir sehr viel Freiheit erlaubt. Ich denke mir immer, dass ich eigentlich alles machen kann. Und wenn ich das dann am Schluss auch noch fotografieren kann, dann macht mich das zum Fotografen. Einziges Manko ist natürlich immer die Zeit, die man nicht hat um alles auszuprobieren zu können.

 

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