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Des Kaisers neue Kleider

Josef Wurm zieht Stücke aus dem Kleiderhaufen. Fühlt ihre Stofflichkeit, beäugt die Farben, prüft das Ausgangsmaterial,  begutachtet Dehnbarkeit und Oberflächenspannung. Dann legt er alles wieder weg und macht sich daran, den Keilrahmen zu bauen.
In dem Atelier in der Innenstadt entsteht an diesem Nachmittag experimentelle Kunst mit einem Brückenschlag zur Mode. Die Kleidungsstücke bilden die Leinwand, auf der Wurm sein Werk entstehen lassen will.

Zu den Klängen der „Doors“ folgt er dabei völlig seiner Intuition. Das Bild einer ordensbehängten Ausgehuniform taucht an der Wand auf und gibt spontan das Thema vor. Die Inspiration manifestiert sich. Eine passende Kombination aus Sakko und Jeans ist schnell gefunden und wird nach napoleonischem Vorbild an der Wand fixiert.
„Ich wollte schon immer mal einen Frack bemalen“, grinst der junge Künstler zufrieden und beginnt, ausgesuchte Kleidungsstücke über den Rahmen zu spannen. Verschiedene Farben und Stoffe werden schichtweise verwendet und geben einen ersten Vorgeschmack auf das Entstehende. 

Gekonnte Schnitte legen eine tiefere Ebene frei. Eine der Leinwände bekommt einen erlebnisbehafteten Holzrahmen aus dem Fundus spendiert. Die zufällig vorhandene Kokosnuss bildet den Kopf der Installation. Ein kritischer Blick, eine Sekunde der Konzentration, dann greift Wurm zu Pinsel und Farbe, um sein Werk sprichwörtlich zu krönen.
Mit wenigen Strichen verwandeln sich die handelsüblichen Kleidungsstücke in Außergewöhnliches. Orden prangen auf dem Stoff der Installation und verleihen ihr eine neue Dimension. Gemälde, Installation und die bespannte Leinwand befruchten sich gegenseitig und hinterlassen einen bleibenden Eindruck auf Betrachter und Wand. 
Beim zweiten Rahmen wird der Zufall zum Einfall. Der Schnitt in Form eines Auges bekommt mit Hilfe des Pinsels ein passendes Pendant, ein breites Grinsen folgt und plötzlich erkennt auch der Betrachter den freigelegten Superhelden.
Zu guter Letzt verschmelzen Künstler und Werk zu einer Einheit. Er wird selbst Teil seiner Installation und lässt sich in ironischer Herrscherpose ablichten.

 

Josef Wurm
Geboren 1984 in Fürstenfeld,
aufgewachsen in Feldbach.
Gastspiel an der Ortweinschule,
Grafikerlehre, Permanent-Unit-
Mitglied von 2007–2010,
seit 2010 freischaffender Künstler.

Ausstellungen (Auszug):
„Refused“ Window Gallery / Central St. Martins School of Art, London (2008)
Wandgestaltung Speisesaal Hotel Wiesler Graz
„Street Lab“ / Kulturhafen Berlin (2011)
Ausstellung in der Akademie Graz (2012)

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